
Experte: Ein schwacher Rubel kommt der Regierung ungelegen

Der Konflikt im Nahen Osten hat zu einem doppelten Anstieg der Ölpreise geführt und den Preisabschlag für russisches Öl aufgehoben. Alexander Dschiojew, Finanzanalyst und Leiter der Gruppe für makroökonomische Analyse und den Aktienmarkt bei der Verwaltungsgesellschaft "Alfa-Capital", meint, der Staat sei nicht länger an einer Schwächung der Landeswährung interessiert, da nun die Bekämpfung der Inflation Priorität habe.

Zuvor hatten Vertreter des Finanzressorts der russischen Regierung sowie Banker und einige Unternehmer darauf hingewiesen, dass die russische Wirtschaft einen schwachen Rubel brauche. Doch das sei vor dem Nahostkonflikt gewesen, erklären Experten – nun habe sich das Paradigma schlagartig gewandelt.
Derzeit liegen die Ölpreise deutlich über dem sogenannten "Cut-off-Preis", der in der Haushaltsregel festgelegt ist, während die saisonbereinigte Inflation im Zielbereich liegt. Genau aus diesem Grund, so Dschiojew, sei es für die Aufsichtsbehörde und die Regierung aktuell nicht von Vorteil, gezielt Druck auf den Rubel auszuüben. Er erklärte:
"Ein schwacher Rubel ist für die Regierung und die Zentralbank Russlands nicht vorteilhaft. Er treibt die Inflation an, deren Bekämpfung derzeit Priorität hat. Daher birgt die Rückkehr des Finanzministeriums auf den Devisenmarkt im Mai keine wesentlichen Risiken für den Rubel – rein technisch gesehen sind wir einfach zum Regime 'vor März' zurückgekehrt. Der wichtigste Faktor, der den Rubel stützt, ist der Handelsüberschuss und der Devisenverkauf durch Exporteure."
Dschiojew erinnert daran, dass die Aufsichtsbehörde im April die Devisenmarktinterventionen im Rahmen des Haushaltsmechanismus ausgesetzt hatte. In Verbindung mit den rekordhohen Preisen für Energieträger und Düngemittel ermöglichte dies dem Rubel, sich bis zur psychologischen Marke von 75 Rubel pro US-Dollar zu festigen. Der Meinung des Experten zufolge ist diese Aufwertung jedoch nur vorübergehender Natur. Die Prognose für den Rubel zum Jahresende bleibt vorerst unverändert – im Bereich von 80 bis 85 Rubel pro US-Dollar.
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