
Treibstoffpreise explodieren: Heizöl in Österreich 63 Prozent teurer

In Österreich verteuerte sich Diesel binnen eines Jahres um 42,3 Prozent, Superbenzin um 25,5 Prozent und Heizöl sogar um 63,1 Prozent. Allein gegenüber August legte Heizöl nochmals um 10,6 Prozent zu. Das zeigen die endgültigen Septemberzahlen von Statistik Austria.

Der massive Preisschub schlägt sich auch in der Gesamtinflation nieder. Sie stieg von 3,2 Prozent im August auf 3,6 Prozent im September. Ohne Treibstoffe und Heizöl hätte die Teuerung laut Statistik Austria nur 2,4 Prozent betragen. Treibstoffe insgesamt kosteten 34,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch Gas verteuerte sich um 11,8 Prozent und Fernwärme um 5,1 Prozent. Lediglich Strom wurde dank niedrigerer Abgaben und weiterer Entlastungen um 9,3 Prozent günstiger.
Neben den hohen Energiepreisen belasten teurere Dienstleistungen die Haushalte. Sie kosteten im September durchschnittlich 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In der Gastronomie stiegen die Preise um 4,4 Prozent, in der Hotellerie um 3,7 Prozent. Der wöchentliche Einkaufskorb, der auch Treibstoffe umfasst, verteuerte sich um sechs Prozent.
Auch die Aussichten bleiben trüb. Das WIFO erwartet für 2027 eine durchschnittliche Inflation von 2,6 Prozent, das IHS rechnet mit 2,8 Prozent. Laut WIFO dürften die realen Nettolöhne pro Kopf heuer um 1,5 Prozent sinken. Die steigenden Preise fressen damit einen Teil der Einkommen auf.
Wie stark die Energiepreise die Haushalte treffen, zeigt der Vergleich mit Deutschland. Dort verteuerte sich Heizöl im September gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 74,9 Prozent, Kraftstoffe wurden um 37,1 Prozent teurer. Die Gesamtinflation erreichte 3,3 Prozent.
In Österreich lag der Heizölpreisanstieg bei 63,1 Prozent, die Inflation bei 3,6 Prozent. Für die Schweiz lag die Gesamtinflation im September bei 0,2 Prozent. Vergleichbare amtliche Zahlen zu den Schweizer Preissteigerungen bei Heizöl, Diesel und Benzin liegen hier nicht verlässlich vor.
Der Vergleich macht deutlich, wie stark die Energiepreise derzeit die Teuerung in Österreich und Deutschland antreiben. Für Haushalte mit Ölheizung bedeutet ein Preisanstieg von mehr als 60 Prozent binnen eines Jahres eine massive zusätzliche Belastung. Gerade vor Beginn der Heizsaison dürfte sich das in vielen Haushaltsbudgets bemerkbar machen.
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