
Österreich stellt sich gegen Infantino: Widerstand gegen FIFA-Präsident wächst

Der Skandal um Gianni Infantino kommt nicht zur Ruhe. Kaum sind die umstrittenen Milliardenpläne des FIFA-Präsidenten für private Investoren vom Tisch, wächst der Widerstand gegen den Schweizer weiter. Nun stellt sich auch Österreich gegen eine erneute Amtszeit des FIFA-Chefs.

Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat nach einer Sitzung seines Aufsichtsrats beschlossen, eine Wiederwahl Infantinos nicht zu unterstützen. Die Vorwürfe seien bislang "weder glaubhaft aufgeklärt noch entkräftet" worden, teilte der Verband mit. Zugleich stellt sich der ÖFB "vollinhaltlich und felsenfest" hinter die gemeinsame Linie der UEFA.
Damit wächst der Druck auf Infantino innerhalb Europas. Frankreich, Italien und die Niederlande haben sich bereits gegen seine Wiederwahl ausgesprochen. Mit Österreich kommt nun ein weiterer Verband hinzu.
Im Zentrum der Affäre stehen weiterhin Infantinos Pläne, FIFA-Rechte über eine neue Gesellschaft zu bündeln und für eine Milliardensumme an private Investoren zu verkaufen. Im Raum standen rund 20 Milliarden Dollar. Zu den möglichen Interessenten gehörte Thrive Capital von Joshua Kushner, dem Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.
Das Vorhaben sorgte für erheblichen Widerstand. Kritisiert wurden die Dimension des Geschäfts, die mangelnde Transparenz und die Nähe zum Umfeld des US-Präsidenten. Infantino zog die Pläne schließlich zurück. Die Affäre ist damit aber nicht erledigt.
Der Schweizer will 2027 erneut als FIFA-Präsident antreten. Seine Wiederwahl ist trotz des Widerstands aus Europa keineswegs ausgeschlossen. Die FIFA zählt 211 Mitgliedsverbände, die UEFA verfügt allein nicht über genügend Stimmen, um Infantino zu stoppen.
Doch der europäische Widerstand wird breiter. Mit jedem Verband, der sich gegen den Schweizer stellt, wird die Wiederwahl stärker zur Machtfrage. Österreich setzt nun ein weiteres Zeichen.
Der Skandal um Infantino ist damit längst nicht ausgestanden.
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