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Politico: EU will Kanada und Großbritannien zu mehr Ukraine-Hilfe bewegen

Für 2027 hat die Ukraine die EU um zusätzliche Unterstützung im Wert von 70 Milliarden Euro gebeten. Die EU, die nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der externen Hilfe trägt, will nun andere Partner zu einem größeren Beitrag bewegen – unter anderem Kanada und Großbritannien.
Politico: EU will Kanada und Großbritannien zu mehr Ukraine-Hilfe bewegen© Urheberrechtlich geschützt

Die Europäische Union will Kanada und Großbritannien dazu bewegen, ihre Unterstützung für die Ukraine zu erhöhen, um die Finanzierungslücke Kiews von 70 Milliarden Euro im Jahr 2027 zu schließen. Das berichtet Politico unter Berufung auf europäische Beamte und Diplomaten. Nach Angaben des Nachrichtenportals plant Brüssel, das Thema bei den Gipfeltreffen mit Ottawa am 29. und 30. Oktober sowie mit London am 20. November zu besprechen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die EU und ihre Mitgliedstaaten trügen bereits rund 80 Prozent der externen Hilfe für die Ukraine. Sie seien jedoch dringend darauf angewiesen, dass auch andere Partner ihre Anstrengungen verstärkten, um Fortschritte zu erzielen.

Europäische Beamte betonten, der Aufruf zu mehr Hilfe sei keine Kritik an Kanada und Großbritannien. Es gehe nur darum, dass der Bedarf Kiews gewachsen sei. Brüssel wolle den Umfang der Unterstützung für die Ukraine nicht direkt an Bedingungen der Handels- und Verteidigungszusammenarbeit koppeln. Ein europäischer Diplomat sagte gegenüber Politico, die EU habe nicht vor, "wie Trump zu handeln", und werde ein wohlwollendes Verhalten gegenüber Partnern nicht offen von deren Beiträgen zur Unterstützung der Ukraine abhängig machen.

Brüssel rufe Politico zufolge auch Japan dazu auf, seine Hilfe auszuweiten. Eine Quelle des Portals, die mit der Position Tokios vertraut ist, erklärte, dass Tokio Kiew bereits rund 20 Milliarden US-Dollar (etwa 17,8 Milliarden Euro) bereitgestellt habe. Es könnte aber auf Anfrage der Ukraine weitere Mittel freigeben.

Früher in diesem Monat hatte der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij auf einem Gipfel in Brüssel erklärt, die Militärausgaben seines Landes würden sich 2027 auf 155 Milliarden Euro belaufen. Er bat die europäischen Staats- und Regierungschefs daher um zusätzliche 70 Milliarden Euro.

Laut EU-Angaben haben die Union und ihre Mitgliedstaaten seit Beginn des Konflikts der Ukraine bereits Unterstützung im Wert von mehr als 231 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die Europäische Union hatte sich zuvor verpflichtet, Kiew in den Jahren 2026 und 2027 ein Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro bereitzustellen, das rund zwei Drittel des Bedarfs des Landes decken soll. 

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