
Financial Times: USA schlagen Europa Freigabe eines Teils des eingefrorenen russischen Vermögens vor

Washington habe vorgeschlagen, dass europäische Staaten einen Teil der russischen Staatsvermögenswerte, die nach Kriegsbeginn in der Ukraine eingefroren wurden, wieder freigeben. Dies teilte die Financial Times unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen mit.
Wie es heißt, sei dieser Vorschlag in der vergangenen Woche in Miami bei Gesprächen zwischen US-Unterhändlern und Vertretern aus der Ukraine, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, der EU und der NATO unterbreitet worden. Den Quellen zufolge haben die USA verschiedene Möglichkeiten zur Freigabe der Vermögenswerte vorgeschlagen. Eine der Ideen sei die Übertragung der Mittel in eine neue, von Washington kontrollierte Finanzstruktur.
Ein US-Vertreter erklärte gegenüber dem Blatt, dass die Nutzung der eingefrorenen russischen Mittel im Kontext eines umfassenden Friedensabkommens diskutiert worden sei. Die konkreten Mechanismen für eine Freigabe sowie die Verwendung dieser Gelder seien jedoch noch Gegenstand von Beratungen. Es seien bereits mehrere Ideen zur möglichen Verwendung der blockierten russischen Vermögenswerte nach dem Krieg erörtert worden, so der US-Vertreter weiter. Kiews Vertreter hätten angegeben, dass dieses Thema bereits bei früheren Treffen mit der US-Seite zur Sprache gekommen sei.
Der von dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner bei dem Treffen unterbreitete Plan sei jedoch seitens der europäischen Delegation auf Ablehnung gestoßen, schrieb das Blatt weiter. Den Quellen zufolge haben die Europäer eine Übergabe der Kontrolle über die Vermögenswerte oder deren Rückgabe an Moskau abgelehnt. "Man hat ihnen gesagt, dass dies schlichtweg nicht geschehen wird", so einer der Gesprächspartner der Zeitung.

Moskau hat das Einfrieren sowie jegliche Nutzung der Staatsvermögen mehrfach als Raub bezeichnet und vor den Konsequenzen gewarnt. Am Mittwoch hat Kremlsprecher Dmitri Peskow bekräftigt, dass Russland alle Anstrengungen unternehmen werde, um seine Vermögenswerte zurückzuerlangen. "In jedem Fall wird die russische Seite auf allen Ebenen – sei es juristische Arbeit, Gerichtsverfahren oder Strafverfolgungsmaßnahmen – alle möglichen Anstrengungen unternehmen, um die Rückgabe ihrer gestohlenen Vermögenswerte zu erreichen", betonte er.
Im Dezember 2025 hat die EU russische Vermögenswerte in Höhe von 210 Milliarden Euro auf unbestimmte Zeit eingefroren. Zuvor war das Einfrieren jeweils alle sechs Monate verlängert worden. Dafür war ein einstimmiger Beschluss aller Mitgliedstaaten des Blocks erforderlich. Der Großteil – etwa 170 Milliarden Euro – wird beim belgischen Zentralverwahrer Euroclear gehalten. Die EU nutzt die aus russischen Vermögenswerten erzielten Gewinne für die Bedürfnisse der Ukraine.
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