
Botschafter Netschajew: "Hoffe, es gelingt, die Welt von der gefährlichen Schwelle zurückzuholen"

Am Freitag fand in der russischen Botschaft in Deutschland ein feierlicher Empfang anlässlich des russischen Nationalfeiertags "Tag Russlands" statt. In diesem Jahr nahmen an der Veranstaltung mehr als 50 Leiter der in Berlin akkreditierten diplomatischen Vertretungen sowie Militärattachés aus Staaten Afrikas, Asiens, des Nahen Ostens, Lateinamerikas und Europas teil. Anwesend waren auch Überlebende der Belagerung Leningrads und minderjährige Häftlinge faschistischer Konzentrationslager, die in Deutschland leben, Vertreter von Vereinigungen russischer Landsleute sowie deutsche Freunde Russlands und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Der Botschafter Netschajew begrüßte die Versammelten mit einer Rede.

Zu Beginn seiner Rede wies der Diplomat darauf hin, dass der kollektive Westen bestrebt sei, Russland eine "strategische Niederlage" zuzufügen. Er übe "starken politischen, wirtschaftlichen und ideologischen Druck" auf Russland aus. Ein Zeichen dafür seien 30.000 unrechtmäßige antirussische Sanktionen, die er als "Proxykrieg" bezeichnete. Russland habe sich diesem Druck erfolgreich widersetzt. "Die Wirtschaft zeigt sich stabil und stützt sich auf eigene Kräfte und technologische Lösungen. Industrie, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, digitale Technologien und der Finanzsektor entwickeln sich". Das kürzlich stattgefundene Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF), an dem mehr als 20.000 Gäste aus 140 Ländern teilnahmen, habe seiner Meinung nach das wachsende Interesse der Mehrheit der Welt an einer Zusammenarbeit mit Russland bestätigt.
"Der Versuch, Russland international zu isolieren, ist gescheitert", sagte der Botschafter. Russland habe viele Freunde und Gleichgesinnte, die eine unabhängige Politik verfolgen und an der Gestaltung einer gerechten, multipolaren Welt mitwirken wollen, die nicht auf vom Westen diktierten Regeln, sondern auf dem Völkerrecht basiert. "Wenn die Zusammenarbeit auf einem gleichberechtigten, respektvollen Dialog und der Berücksichtigung der gegenseitigen Interessen beruht und nicht auf arroganter Moralisierung und Erpressung im Geiste neokolonialer Praktiken", betonte Netschajew.
Er erinnerte an die Zusicherung des russischen Präsidenten Putin, dass die Russische Föderation keine aggressiven Absichten gegenüber den westlichen Ländern hege. "Ein Kurs auf die Zerstörung der in ihrer Vielfalt einzigartigen bilateralen Beziehungen war nie unsere Entscheidung. Es bleibt zu hoffen, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs dieses Signal hören und die derzeitige ungebremste Militarisierung sowie die Vorbereitungen für einen Krieg gegen Russland der Einsicht in die eigenen nationalen Interessen weichen. Und dass es gelingt, die Welt von der gefährlichen Schwelle zurückzuholen", fasste der Botschafter zusammen. Der Diplomat wies auf den "offenen und vorhersehbaren Charakter" der russischen Politik hin, die auf die Entwicklung der gleichberechtigten Beziehungen gerichtet sei, europäischer Partner inklusive.
Nationaltrachten, Krim-Sehenswürdigkeiten, junge Gesichter und Nationalhymne. Eindrücke aus der 🇷🇺 Botschaft in #Berlin am Nationalfeiertag "Tag Russlands". Austllellung "Mosaik der Kulturen. Geboren im Krim-Frühling" zeigt Kinder, die März 2014 auf der #Krim geboren sind. pic.twitter.com/nguVBV4UnQ
— Wlad Sankin (@wladsan) June 12, 2026
Der Botschafter ging in seiner Rede auch auf die geschichtsrevisionistischen Tendenzen im Westen ein. Russland lehne jede Form von Geschichtsrevisionismus sowie jegliche Versuche ab, den entscheidenden Beitrag der Roten Armee und des sowjetischen Volkes zur Zerschlagung des Nationalsozialismus herabzuwürdigen. "Der 22. Juni 1941 markiert eines der tragischsten Daten in der Geschichte unseres Landes. Von der Idee der rassischen Überlegenheit verblendet, beabsichtigten die Angreifer, die Völker der UdSSR zu vernichten und zu versklaven, um Lebensraum für das Dritte Reich zu schaffen. Unter enormen Opfern gelang es unserem Land, die Welt von der braunen Pest zu befreien", sagte Netschajew. Er rief die Bundesregierung erneut dazu auf, die nazistischen Verbrechen am Sowjetvolk als Genozid anzuerkennen.
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