Deutschland

Schulstatistik: Nur 5 Prozent Ausländer unter den Abiturienten

Am Ende filtert das deutsche Schulsystem immer noch deutlich – unter den Abiturienten beträgt der Ausländeranteil weniger als ein Drittel des Ausländeranteils insgesamt. Unter den Schulabgängern ohne Schulabschluss ist er dafür doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Schüler.
Schulstatistik: Nur 5 Prozent Ausländer unter den Abiturienten© Urheberrechtlich geschützt

Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen des Schuljahres 2025/26 für allgemeinbildende Schulen veröffentlicht. Insgesamt waren in diesem Schuljahr knapp neun Millionen Schüler an einer allgemeinbildenden Schule. Etwa 2,5 Millionen Schüler besuchten berufliche Schulen.

Dabei hatten 84 Prozent die deutsche Staatsangehörigkeit, 16 Prozent nicht. In dieser Statistik fehlt die Kategorie "Migrationshintergrund". 9 Prozent der Schüler besuchten eine Privatschule, 91 Prozent eine öffentliche. An Ersteren ist der Anteil der ausländischen Schüler – trotz eines hohen Anteils internationaler Schulen – mit 7 Prozent deutlich niedriger als an den öffentlichen Schulen, wo er 17 Prozent beträgt. Besonders niedrig war er an den freien Waldorfschulen mit ganzen 3,7 Prozent.

Etwas höher ist der Ausländeranteil an den beruflichen Schulen mit 10 Prozent. Hier besuchten 90 Prozent der Schüler eine öffentliche und 10 Prozent eine private berufliche Schule.

Es gab 811.200 ABC-Schützen in diesem Schuljahr ‒ das waren 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei waren 7 Prozent der Einschulungen verspätet und 3 Prozent vorzeitig, 91 Prozent waren bei der Einschulung sechs Jahre alt.

Im Abschlussjahr 2025 haben 769.000 Schüler ihre Schullaufbahn beendet ‒ 64.900 ohne Abschluss, das sind 8,4 Prozent. Unter den 8,4 Prozent ohne Abschluss befanden sich 3 Prozent mit einem Sonderschulabschluss. Dabei ist der Unterschied zwischen Deutschen und Ausländern deutlich: 2024/25 waren es 6 Prozent der deutschen Schüler, die ohne Abschluss abgingen, aber 19,9 Prozent der ausländischen. 2020 hatte die Quote bei den Deutschen bei 4,6 Prozent und bei den Ausländern bei 13,4 Prozent gelegen. Es ist also bei beiden Gruppen eine Verschlechterung festzustellen.

29,7 Prozent verließen die Schule mit einem Abiturzeugnis, 44 Prozent erlangten einen mittleren Schulabschluss wie die mittlere Reife, 17,5 Prozent einen Hauptschulabschluss.

Bei diesen Zahlen zeigen sich extreme Unterschiede nach Staatsangehörigkeit: 35 Prozent der Schüler, die die Schule ohne Abschluss verließen, waren Ausländer. Unter den Schülern mit Hauptschulabschluss waren es 25 Prozent, beim mittleren Schulabschluss nur noch 13 Prozent und beim Abitur nur noch 5 Prozent. Allerdings sind diese Zahlen bezogen auf eine mögliche Diskriminierung durch das Schulsystem nur begrenzt aussagefähig, weil mittlerweile der Besitz nur einer ausländischen Staatsangehörigkeit vor allem auf einen kurzen Aufenthalt und damit oft verbundene schlechte Sprachkenntnisse hinweist.

Die meisten Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen sind Frauen ‒ insgesamt sind es 73 Prozent. Dabei ist der Männeranteil bei Abendschulen und Kollegs mit 42 bis 44 Prozent am höchsten. An den beruflichen Schulen sind 55 Prozent der Lehrkräfte Frauen. Bei den Teilzeit-Berufsschulen, also jenen, die zum klassischen dualen System gehören, liegt der Männeranteil hingegen bei 53 Prozent, und im Berufsgrundbildungsjahr bei 55 Prozent.

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