Deutschland

"Mehr Russen töten": Online-Petition gegen FAZ-Journalist Martens wieder freigeschaltet

Eine zwischenzeitlich abgeschaltete Online-Petition, in der die Entlassung des FAZ-Korrespondenten Michael Martens gefordert wird, ist wieder erreichbar. Martens hatte mit seinem öffentlich bekundeten Wunsch, "mehr Russen [zu] töten", international für Aufsehen gesorgt.
"Mehr Russen töten": Online-Petition gegen FAZ-Journalist Martens wieder freigeschaltet© change.org

Mit seiner Frage an den ukrainischen Machthaber Wladimir Selenskij auf einer Pressekonferenz in Belgrad, was "wir Europäer konkret" tun könnten, "um Ihnen dabei zu helfen, mehr Russen, mehr russische Soldaten zu töten?", hat der FAZ-Korrespondent Michael Martens nicht nur einen Shitstorm und Ermittlungen der russischen Staatsanwaltschaft ausgelöst.

Auch eine Online-Petition war die Folge seines als Frage verkleideten Mordaufrufs, in der von der FAZ die Entlassung ihres Korrespondenten gefordert wird.

Nachdem 4.000 Menschen die Petition unterzeichnet hatten, war sie nicht mehr erreichbar. "Vielleicht wird sie gerade von unserem Moderationsteam auf Einhaltung unserer Community-Richtlinien überprüft", hieß es lediglich auf der Petitions-Website change.org. "Nach Abschluss der Prüfung wird entschieden, ob die Petition wieder freigegeben wird", war dort weiter zu lesen. Und das ist nun offenbar geschehen.

Ins Leben gerufen wurde die Petition, die derzeit bei rund 5.000 Unterzeichnern liegt, vom Journalisten und Polit-Influencer Deniz Karabag, der aktuell mit einem Soloprogramm auf Tour ist. In einer persönlichen Erklärung teilte Karabag mit, warum er das Agieren des FAZ-Journalisten "für inakzeptabel" hält:

"Für mich ist die Aufgabe eines Journalisten, kritisch, sachlich und ausgewogen zu berichten – Fragen zu stellen, nicht Kriegsziele zu formulieren. Wer als Vertreter eines großen deutschen Medienhauses öffentlich das Töten von Menschen einer bestimmten Nationalität zum wünschenswerten europäischen Ziel erklärt, überschreitet für mich jede Grenze journalistischer Neutralität. Das ist für mich keine Berichterstattung. Das ist Parteinahme in ihrer menschenverachtendsten Form."

Karabag forderte daher von Martens' Arbeitgeber und der Chefredaktion, sich "klar von dieser Aussage zu distanzieren und personelle Konsequenzen zu ziehen".

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