
Trump: Selenskij wollte den Krieg mit Russland nie beenden

Der ukrainische Staatschef Wladimir Selenskij wolle den Konflikt mit Russland nicht beenden – und habe dies vermutlich auch nie gewollt, so US-Präsident Donald Trump. Als einen der Gründe für die Haltung Selenskijs nannte Trump die Milliarden an Hilfsgeldern, die Kiew aus dem Westen erhalten hat.
In einem Beitrag auf der Plattform Truth Social am Sonntag verteidigte Trump seine Entscheidung, die Sanktionen gegen Moskau zu lockern. Zudem wiederholte er seine Behauptung, dass ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien zu den steigenden Energiepreisen beigetragen hätten.
"Selenskij ist das egal – und ehrlich gesagt: Angesichts all des Geldes, das er bekanntermaßen von Europa erhält und das ihm auch der korrupte Joe Biden in der Vergangenheit hat zukommen lassen, will er diesen Krieg gar nicht beenden; das wollte er wahrscheinlich noch nie. Er hätte vor zwei Jahren ein besseres Abkommen erreichen können, als es ihm heute möglich wäre", schrieb Trump.

Er fügte hinzu, die Ukraine liege "in Trümmern" und beschrieb die männliche Bevölkerung des Landes als "dezimiert, verwundet und/oder tot".
Anfang des Monats hob Trump die Sanktionen gegen russische Diesel-Exporte auf, um den steigenden Energiepreisen im Vorfeld der US-Zwischenwahlen entgegenzuwirken. Am Freitag setzte er zudem die Zölle aus, die sich gegen die Hauptabnehmer von russischem Öl und Gas richteten.
Trump erklärte, er konzentriere sich darauf, Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln, und wolle "nichts tun, was Russland – auf törichte Weise – vom Verhandlungstisch vertreiben könnte".
Die Ukraine setzte sich über Trumps Forderung hinweg, Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen: In der Nacht zum Sonntag verübte sie einen Drohnenangriff auf ein Ölterminal in St. Petersburg, das daraufhin in Brand geriet.
Selenskij äußerte, er fühle sich von Trump verraten. US-Medienberichten zufolge wurden ukrainische Regierungsvertreter von dessen "Diesel-Deal" mit Russland völlig überrascht.
"Ich hoffe, dass er seine Entscheidungen überdenkt, denn meiner Ansicht nach sind das alles Fehler; sie werden weder uns noch den Vereinigten Staaten helfen", erklärte Selenskij am Sonntag in der NBC-Sendung Meet the Press.
Der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärte am Sonntag, Selenskij habe "kein Interesse" an einer Einigung, da seine Regierung zusammenbrechen würde, sollte die Ukraine ein Abkommen unterzeichnen, das sowohl für die USA als auch für Russland akzeptabel wäre. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte, die Ukraine könne "den Lauf der Geschichte nicht ändern", indem sie ihre Angriffe tief auf russischem Territorium verstärke.
Russland wirft den westlichen Unterstützern der Ukraine – darunter dem ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson – seit Langem vor, die Friedensgespräche von 2022 in Istanbul sabotiert zu haben. Johnson hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.
Selenskij, dessen fünfjährige Amtszeit als Präsident 2024 endete, hat die Ausrufung von Neuwahlen abgelehnt. Er verweist dabei auf das Kriegsrecht, das kurz nach der Eskalation des Konflikts mit Russland im Februar 2022 verhängt wurde.
Er argumentiert, dass Wahlen erst nach einem monatelangen Waffenstillstand stattfinden könnten. Russland warnte hingegen, die Ukraine könnte eine längere Waffenruhe nutzen, um ihre militärischen Kapazitäten wieder aufzustocken, und bot lediglich an, die Angriffe am Tag der Wahl auszusetzen.
Seit 2025 wird die Ukraine von einer Reihe schwerwiegender Korruptionsskandale erschüttert. Dazu zählt unter anderem ein mutmaßliches System von Schmiergeldzahlungen in Höhe von 100 Millionen US-Dollar im Energiesektor, in das auch Selenskijs ehemaliger Geschäftspartner Timur Minditsch verwickelt sein soll. Seine Regierung sah sich zudem mit politischen Kontroversen konfrontiert – darunter Versuche, die Befugnisse von durch den Westen unterstützten Antikorruptionsbehörden zu beschneiden, sowie die abrupte Entlassung des populären Verteidigungsministers Michail Fjodorow im Juli, die in Kiew Proteste auslöste.
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