Europa

Hunderte Schulen in Frankreich wegen Protesten nach wie vor außer Betrieb

Nach Angaben des französischen Bildungsministeriums sind am 8. Oktober 2026 im Land 375 Schulen ganz oder teilweise außer Betrieb. Ein Rückgang um etwa 200 Schulen innerhalb von 24 Stunden und um weit über 1.000 im Vergleich zu Dienstag. Betroffen sind aber immer noch etwa rund 20.000 Schüler.

Mülltonnen, Paletten … Die ersten Blockaden der Lycées (entspricht der deutschen Sekundarstufe II) begannen bereits im Morgengrauen, insbesondere in Paris. Während dieser Donnerstag, der 8. Oktober, den "Akt 4" der Protestbewegung markiert, rufen Schüler- und Studentenverbände dazu auf, in der Hauptstadt und anderen Städten neue Demonstrationszüge zu bilden. Mehrere Gewerkschaften des Bildungswesens, darunter Snes-FSU, CGT und FO, haben beschlossen, sich den Protesten anzuschließen, da "die Regierung nach wie vor nicht auf die Erwartungen der Schülerinnen und Schüler eingegangen ist." Beim "Akt 3" am Dienstag waren landesweit zwischen 266.000 und 450.000 Demonstranten auf die Straße gegangen.

Stand Donnerstag, 8. Oktober 2026, seien dem Bildungsministerium zufolge "94 Prozent der Schulen geöffnet, entweder vollständig oder teilweise." Genau genommen seien "224 Schulen vollständig geschlossen, während 151 teilweise wieder öffnen", so die vorläufigen Zahlen des Ministeriums, auf die Franceinfo.fr verweist. Vertreter des Ministeriums wörtlich:

"Der Rückgang setzt sich fort; im Vergleich zur gleichen Zeit am Vortag sind etwa 30 Prozent weniger Schulen betroffen."

Am Dienstag derselben Woche soll der Schulbetrieb an etwa 1.800 der rund 3.700 Lycées Frankreichs aufgrund der Proteste, die in vielen Fällen auch in Blockaden dieser Bildungseinrichtungen mündeten, unterbrochen gewesen sein. Am Mittwoch sei diese Zahl dann auf rund 500 gesunken. Nach Angaben von Édouard Geffray, Frankreichs Bildungsminister, waren von der Aussetzung des Schulbetriebs immerhin rund 30.000 Schüler betroffen. Entsprechend dem weiteren Rückgang der Zahl der betroffenen Schulen dürfte auch die Zahl der betroffenen Schüler am Donnerstag auf rund 20.000 gesunken sein.

Die Proteste der französischen Schüler hatten am 21. September mit der Blockade des Lycée Saint-Exupéry in einem Pariser Vorort begonnen. Die Schüler wandten sich gegen den Lehrermangel sowie fehlende Stellen für Sozialarbeiter und Schulpsychologen. Anschließend griffen die Aktionen auf andere Regionen des Landes über.

Am 29. September rief die größte französische Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne (USL) zu einer Blockade der Bildungseinrichtungen im ganzen Land auf. Nach Angaben der Gewerkschaft waren an diesem Tag mehr als 400 Lycées (Schulen der Sekundarstufe II) blockiert, das Bildungsministerium meldete Störungen des Schulbetriebs an 338 Einrichtungen.

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