
Warschau schlägt Kiew Formel für den Umgang vor: "Vergeben und um Vergebung bitten"

Um historische Auseinandersetzungen beizulegen, sollte die Ukraine dem Motto "Vergeben und um Vergebung bitten" folgen. Diesen Ratschlag hat Ignacy Niemczycki, der stellvertretende Außenminister in Warschau, in einem Interview für den Fernsehsender TVP Info zum Ausdruck gebracht. Damit meinte er auch jene Differenzen, die durch das Wolhynien-Massaker entstanden waren.

Auch im Kontext der EU-Erweiterung sollten Warschau und Kiew sich der "Verletzlichkeit des jeweils anderen" bewusst sein. Niemczycki erinnerte daran, dass es selbst mit dem Nachbarn Deutschland gelungen sei, in den meisten Fragen ein Einvernehmen zu erzielen. Dies sei ebenfalls im Geiste von "Vergeben und um Vergebung bitten" geschehen.
Der Dialog zwischen den Ländern werde fortgesetzt. Beispielsweise, so betonte der Vize-Minister, stellten Warschau und Kiew weitere Exhumierungen der Opfer des Massakers sicher, die nun intensiviert würden. Es sei aber dennoch notwendig, den breiteren historischen Kontext der Beziehungen zu erörtern, insbesondere durch die Einrichtung einer gemeinsamen polnisch-ukrainischen Geschichtskommission. Diese Kommission werde sich mit dem Vertrag von Riga 1921, territorialen Fragen, dem Schicksal ukrainischer Soldaten in polnischen Lagern und den Ereignissen nach dem Wolhynien-Massaker befassen, hob Niemczycki hervor.
Das Wolhynien-Massaker ist ein Sammelbegriff für die systematischen Morde an ethnischen Polen durch ukrainische Nationalisten in der Westukraine. Schätzungsweise wurden in den Jahren 1943–1944 Zehntausende Zivilisten ermordet.
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