Asien

Bericht: Sechs Ukrainer wegen Drohnenangriffs auf Passagierflugzeug in indischer Haft

Indiens Anti-Terror-Behörde teilte einem Gericht mit, sie verfüge über glaubwürdige Informationen, wonach sechs Ukrainer und ein US-Amerikaner an einem Drohnenangriff auf ein ziviles Flugzeug im Nachbarland Myanmar beteiligt waren. Kiew wies "Unterstellungen bezüglich einer möglichen Verwicklung" zurück und forderte die Freilassung der Ukrainer.
Bericht: Sechs Ukrainer wegen Drohnenangriffs auf Passagierflugzeug in indischer Haft© Urheberrechtlich geschützt

Wie die indische Anti-Terror-Behörde vor einem Gericht in Neu-Delhi mitteilte, waren sechs Ukrainer und ein US-Amerikaner, die derzeit in Indien inhaftiert sind, mutmaßlich an einem Drohnenangriff auf ein ziviles Flugzeug im benachbarten Myanmar beteiligt.

Die sieben Männer, die als Söldner bezeichnet werden, waren im März von der National Investigation Agency (NIA) in verschiedenen indischen Städten festgenommen worden, als sie versuchten, das Land zu verlassen.

Die indische Regierung "hat glaubwürdige Informationen erhalten, die auf die Beteiligung bestimmter ukrainischer und US-amerikanischer Staatsangehöriger an einem Drohnenangriff auf ein ziviles Flugzeug in Myanmar hinweisen", erklärte die Behörde am 19. August vor einem Gericht in Neu-Delhi. Sie beantragte dabei die Erlaubnis, zwei Mitglieder der Gruppe – den Ukrainer Wiktor Kaminski und den US-Amerikaner Matthew VanDyke – im Gefängnis vernehmen zu dürfen.

Das Gericht gab dem Antrag der Behörde statt. Einzelheiten aus den Gerichtsunterlagen wurden am Freitag vom Indian Express veröffentlicht.

Nach Angaben der Behörde waren 14 Ukrainer zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit Touristenvisa nach Indien eingereist und nach Guwahati im nordöstlichen Bundesstaat Assam geflogen. Von dort aus reisten sie ohne die erforderlichen Genehmigungen in den Bundesstaat Mizoram und überquerten illegal die Grenze nach Myanmar, um dort eine "im Vorfeld geplante Ausbildung in Drohnenkriegsführung, Drohneneinsatz, Montage und Störtechnologie" für bewaffnete ethnische Gruppen durchzuführen, die gegen die Militärregierung kämpfen.

Medienberichten aus Myanmar zufolge traf eine Drohne am 20. Februar eine ATR-72-600 der Myanmar National Airlines, die sich gerade auf den Abflug vom Flughafen Myitkyina nach Mandalay vorbereitete. Das Flugzeug, an dessen Bord sich zum Zeitpunkt des Angriffs Passagiere befanden, trug Schäden an der Flugzeugnase, am Rumpfmittelteil und am Heck davon. Es ist unklar, ob sich die Angaben der NIA auf denselben Angriff bezogen.

Bei der Drohne handelte es sich um ein FPV-Modell (First-Person View), das im Ukraine-Konflikt weit verbreitet ist. Die Söldner wurden am 13. März festgenommen, nachdem sie nach Indien zurückgekehrt waren.

Die NIA teilte mit, dass viele der ethnisch geprägten bewaffneten Gruppen in Myanmar bekanntermaßen auch bestimmte verbotene Gruppen in Indien mit Waffen, militärischer Ausrüstung und Ausbildung unterstützen.

Zuvor hatte die Behörde erklärt, sie habe festgestellt, dass die Beschuldigten mehrere aus Europa stammende Drohnenlieferungen an Einzelpersonen und Gruppen in Mizoram übergeben hätten. Die festgenommenen Söldner sollen zudem gestanden haben, in Kontakt mit "unbekannten Terroristen, die mit AK-47-Gewehren bewaffnet waren", gestanden zu haben und deren Aktivitäten unterstützt zu haben.

Die Behörde gab an, Kaminski und VanDyke mit bestimmten Zeugenaussagen konfrontieren zu wollen, um "die umfassendere Verschwörung" in diesem Fall sowie Einzelheiten zu den weiteren Verdächtigen und den Drahtziehern der Operation aufzudecken.

Den Angaben zufolge enthielten die von den Beschuldigten sichergestellten Geräte unter anderem Bilder, Videos und Sprachaufnahmen, deren Inhalte durch direkte Befragungen verifiziert werden müssen.

Kurz nach ihrer Festnahme wies die Ukraine "jegliche Unterstellungen bezüglich einer möglichen Verwicklung des ukrainischen Staates in die Unterstützung terroristischer Aktivitäten" zurück und forderte Indien auf, ihre Staatsangehörigen freizulassen.

Der US-Amerikaner VanDyke ist Gründer von "Sons of Liberty International", einer Organisation, die militärische Ausbildung in Konfliktgebieten anbietet. Berichten zufolge war er bereits an anderen Konflikten beteiligt gewesen, unter anderem an Kämpfen an der Seite libyscher Islamisten im Jahr 2011, die mit NATO-Unterstützung gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten.

Im Juli gestattete ihm das Gericht spezielle Verpflegung und einen Koch, nachdem er sich darüber beklagt hatte, dass die "scharfe und fettige" Gefängniskost seiner Gesundheit schade; seinen Antrag auf Behandlung in einem Privatkrankenhaus sowie auf Kommunikation mit seiner Familie in den USA lehnte das Gericht jedoch ab.

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