Dürresommer 2026: Futterknappheit in den Alpen – Mehr Tiere landen beim Metzger

Der extreme Dürresommer 2026 sorgt in den Schweizer Alpen für massive Probleme bei der Wasserversorgung und Futtergrundlage. Viele Bergbauern müssen ihre Rinder früher als üblich von den Hochweiden ins Tal bringen, um Schlimmeres zu verhindern. In der Folge steigt die Zahl der Schlachtungen deutlich, da die Betriebe den Bestand reduzieren.

Die anhaltende Trockenheit und die extreme Hitze dieses Sommers stellen die Schweizer Alpwirtschaft vor große Herausforderungen.

Viele Älpler müssen ihre Tiere früher als geplant ins Tal holen, weil Wasser und Futter knapp werden. In der Folge steigt die Zahl der Schlachtungen deutlich an.

Besonders betroffen sind Regionen wie St. Gallen, der Jura und Teile von Graubünden. Auf der Alp Oberchäsern im Kanton St. Gallen droht Jeanette Jöhl mit ihren 120 Tieren ein historisch früher Abzug.

"Wir sparen Wasser wie verrückt", berichtet sie.

Ohne baldigen Regen bleibt nur der vorzeitige Abtrieb. Ähnlich sieht es bei anderen Betrieben aus: Fredi Louis aus Ennetbühl hat bereits rund die Hälfte seiner Kühe, vor allem frisch abgekalbte, ins Tal gebracht.

Die Futterknappheit hat direkte wirtschaftliche Konsequenzen. Viele Landwirte können teures Zukaufsheu nicht dauerhaft finanzieren. Deshalb werden mehr Tiere zur Schlachtung angemeldet. Proviande verzeichnet diese Woche 230 Tiere mehr als im Vorjahresvergleich. Um einem Preissturz vorzubeugen, senkte der Fleischvermarkter die Richtpreise für Muni und Kühe um je 20 Rappen.

SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh fordert langfristige Lösungen. Als Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbands ruft er zu Investitionen in Wasserreservoire und Speicherbecken auf.

"Wasser ist unsere wichtigste Ressource", sagt Wandfluh.

Er plant einen Vorstoß im Nationalrat, damit der Bund solche Projekte stärker finanziell unterstützt. Zusätzlich sollen Almen mit freien Plätzen Tiere aus Notbetrieben aufnehmen.

Trotz vereinzelter Gewitter in der Zentralschweiz bleibt die Lage vielerorts angespannt. Viele Betriebe haben seit dem Dürrejahr 2018 bereits in bessere Quellen und Tröge investiert – doch bei anhaltender Trockenheit reicht das oft nicht aus.

Die aktuelle Situation zeigt die Verwundbarkeit der traditionellen Alpwirtschaft. Ohne rasche Anpassungen und politische Unterstützung drohen weitere Herdenverkleinerungen und wirtschaftliche Einbußen für die Bergbauern.

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