Von Hans-Ueli Läppli
Friedrich Merz kann nicht mehr. Man sieht es ihm an. Dieser Mann wirkt, als sei er längst über seine Belastungsgrenze hinausgetrieben worden. Und während die CDU ihn weiter in ihre politischen Kämpfe schickt, scheint Merz immer stärker in einem politischen Gefängnis zu sitzen, aus dem er selbst kaum noch herauskommt.
Heute in Berlin flossen bei Merz die Tränen. Schon wieder. Man bekommt den Eindruck, dass der Kanzler angesichts des enormen Drucks seines Amtes zunehmend an seine Grenzen stößt. Die nötige Distanz, die ein solches Amt verlangt, scheint ihm in manchen Momenten zu fehlen. Merz wirkt leicht reizbar, emotional und immer stärker unter Druck. Vielleicht braucht dieser Mann tatsächlich Hilfe. Vielleicht will er längst raus.
Natürlich kann man sich darüber freuen, dass ein Mensch noch solche Gefühle zeigt. Gerade bei Kindern, bei einem solchen Erfolg und in einem Moment, der nichts mit Parteipolitik zu tun hat. Aber die Bilder lösen einen anderen Gedanken aus: Was passiert eigentlich mit diesem Menschen, wenn der politische Druck nicht mehr aufhört?
Merz steht seit Monaten unter enormem Druck. Jeder politische Fehler wird ihm persönlich zugerechnet, jede Auseinandersetzung innerhalb der Union landet bei ihm, jeder Rückschlag wird zur Frage seiner Führung. Und die CDU macht aus ihm immer mehr das Gesicht all ihrer Probleme.
Und genau ist das das Tragische an diesen Bildern. Man sieht nicht nur Bundeskanzler Merz. Man sieht einen Menschen, der zwischen seinem Amt, seiner Partei und den Erwartungen von Millionen Menschen aufgerieben wird.
Er wirkt wie jemand, der aus dieser Enge herauswill. Wie jemand, der nicht mehr weiß, wo er mit all diesem Druck hin soll. Der Eindruck, den diese Bilder hinterlassen, ist schwer zu ignorieren.
Die CDU sollte sich deshalb vielleicht auch einmal fragen, was sie ihrem eigenen Vorsitzenden zumutet. Ein politischer Apparat kann einen Menschen so lange unter Druck setzen, bis von der Person hinter dem Amt kaum noch etwas übrig bleibt.
Heute sah man davon einen kurzen Moment. Merz stand zwischen Kindern, hörte ihnen zu und weinte. Und für einen Augenblick war der Bundeskanzler verschwunden. Übrig blieb nur der Mensch. Ein Mensch, der nicht mehr weiter kann.
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