Geschäfte mit Russland als Anreiz für Kriegsende ‒ USA erwägen Kurswechsel

Washington erwäge einen Kurswechsel gegenüber Moskau, berichtet die "New York Times" (NYT) unter Berufung auf eigene Quellen in der US-Regierung. Das Weiße Haus ziehe Handelsverträge mit Russland in Betracht, noch bevor es die Kampfhandlungen in der Ukraine einstelle.

Die US-Regierung unter Donald Trump will einen neuen Ansatz für die Beilegung des Konflikts in der Ukraine verfolgen, der Geschäftsabschlüsse mit Russland noch vor dem Ende der Gefechte vorsieht. Darüber berichtet die New York Times (NYT) unter Verweis auf zwei Vertreter der US-Regierung, die anonym bleiben wollten. Ziel sei demnach, Moskau dazu zu bewegen, die Einstellung der Kämpfe in Erwägung zu ziehen.

Laut den Quellen der Zeitung würden die Geschäfte mit der russischen Seite zeigen, dass es den USA mit einer Neuausrichtung der Beziehungen zu Russland ernst sei. Dabei werden im Bericht keine Einzelheiten genannt, welche Art von Verträgen besprochen werden könnten.

Wie es heißt, stelle Washingtons neue Strategie eine Abkehr von Trumps bisheriger Russland-Politik dar. Vor seinem Gipfeltreffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin im August 2025 in Alaska habe Trump erklärt, Moskau wolle Geschäfte machen. Zugleich habe Trump damals klargestellt, dass "sie aber keine Geschäfte machen werden, bis wir den Krieg beigelegt haben".

US-Präsident habe zwar das wirtschaftliche Potenzial Russlands als "enorm" bezeichnet, Wirtschaftsgeschäfte mit dem Land jedoch als eine Belohnung für die Friedenslösung in Aussicht gestellt.

Ein US-Regierungsvertreter soll der NYT gesagt haben, das Weiße Haus wolle nun mehr Anreize für Mitglieder der russischen Elite schaffen, sich für den Frieden einzusetzen. Der Abschluss der Handelsverträge noch vor dem Kriegsende könne dazu beitragen, die antiamerikanisch eingestellten Hardliner im Kreml davon zu überzeugen, dass Präsident Trump tatsächlich ein neues Verhältnis zu Russland anstrebe.

Der stille Kurswechsel Washingtons deutet laut der NYT anscheinend darauf hin, dass die US-Regierung nach neuen Ideen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts suche, nachdem Gespräche über einen möglichen Rückzug der Ukraine aus dem Donbass gescheitert seien.

Der Sprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow hatte zuvor mehrfach erklärt, dass Moskaus Position hinsichtlich der Friedenslösung wohlbekannt sei. Die ukrainischen Streitkräfte müssten aus dem Donbass abgezogen werden, betonte Peskow. "Das ist eine sehr wichtige Bedingung."

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