Zionisten feiern Migranteninvasion in Spanien

Die israelische Rechte sieht in der Erstürmung von Ceuta die göttliche Strafe für Spanien. Spanien hat wiederholt innerhalb der EU Maßnahmen gegen Israel gefordert und im März dieses Jahres seine Botschafterin aus Tel Aviv abberufen.

Als beinahe 50.000 nordafrikanische Migranten über Nacht in die spanische Exklave Ceuta eindrangen, reagierte eine Gruppe mit Spott und Schadenfreude: israelische Politiker und ihre zionistischen Unterstützer, die den Schlag ins Gesicht von Spaniens Premierminister Pedro Sánchez feierten.

Geschätzte 49.000 Migranten, vor allem junge marokkanische Männer, stürmten zwischen Donnerstag und Freitag über Marokkos Grenze zur spanischen Exklave Ceuta, nachdem die Wachen auf der marokkanischen Seite entschieden zu haben schienen, die Stacheldrahttore zu öffnen, die errichtet wurden, um solch eine Flut zu verhindern.

Während sich die Videos von durch Ceuta marodierenden Migranten in den sozialen Medien verbreiteten, flehten die örtlichen Behörden der Stadt um ein militärisches Eingreifen Madrids. Der spanische Premierminister Sánchez weigerte sich, einen nationalen Notstand auszurufen, schickte jedoch eine symbolische Truppe von 60 Mann in die Exklave.

Rechte Politiker quer durch Europa verurteilten die halbherzige Antwort von Sánchez. Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni, der finnische Innenminister Mari Rantanen und der österreichische Kanzler Christian Stocker forderten alle den Ausschluss Spaniens aus der Schengenzone.

In bestimmten israelischen Kreisen bestand die Reaktion jedoch in Jubel. Obwohl israelische Politiker und Influencer Jahrzehnte damit verbracht haben, die vermeintliche "Islamisierung" Europas zu beklagen, feierten sie am Freitag, als Zehntausende Moslems auf EU-Gebiet drängten. Nachdem Sánchez den israelischen Krieg in Gaza einen Genozid genannt hatte, den Transit militärischer Güter über spanisches Gebiet nach Israel untersagte und den USA die Nutzung ihrer Militärstützpunkte für Angriffe auf Iran verbot, sahen die zionistischen Kommentatoren in der Invasion von Ceuta eine gerechte Strafe für Spanien.

Israels UN-Botschafter preist die Dekolonisierung

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon nutzte die Krise, um Spanien aufzufordern, seine zwei nordafrikanischen Enklaven Ceuta und Melilla aufzugeben.

"Spanien, das nie eine Gelegenheit verstreichen lässt, Israel zu belehren, hat in Ceuta nach der Krise wegen seiner Migrationspolitik den Notstand erklärt", schrieb er auf X unter Bezug auf den lokalen Notstand in Ceuta. "Vielleicht ist es an der Zeit, dass es der Welt erklärt, warum es noch koloniale Enklaven in Afrika hält, ehe es uns weiter belehrt."

Die israelische Besetzung palästinensischen Gebiets, der Golanhöhen und eines Teils von Südlibanon ist nach dem Völkerrecht und nach Auffassung der UN illegal. Auch wenn Israel den marokkanischen Anspruch auf Ceuta und Melilla nicht offiziell unterstützt, hat es seine Beziehungen zu Marokko seit der Unterzeichnung der Abraham-Accords 2020 verstärkt, und der Sohn des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, Jair, deutete 2019 bereits an, sein Vater könne "NGOs finanzieren, die von euch fordern, Ceuta und Mellila abzutreten".

Journalisten feiern die "Bestrafung Spaniens"

Der israelische Journalist Edy Cohen war bei weitem nicht der einzige Reporter, der feierte, aber in einem langen Post auf X präsentierte er die Invasion als göttliche Bestrafung für die Entweihung der israelischen Fahne beim "Stierlauf" in Pamplona.

"Wenn ihr Israel zerstören wollt, bekommt ihr die jungen Marokkaner", schrieb er. "Sie haben ein Banner erhoben, auf dem 'Zerstört Israel!' steht. Das Schicksal hat, mit beinahe göttlichem Zynismus, für sie nun ein anderes erhoben: 'Bekommt Marokko!'"

Cohen schloss seine begeisterte Nachricht mit einer Drohung:

"Und seid nicht überrascht, wenn in ein paar Jahren dieselben jungen Leute, die Ceuta stürmten, in Madrid und Barcelona auf die Straße gehen und neue Parolen rufen … Der, der die Zerstörung des jüdischen Staates einlädt, entdeckt plötzlich, dass die Zerstörung auch in seinem eigenen Heim beginnen kann."

Ben-Gvir will offene Grenzen in Spanien

Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, schloss sich dem Spott an und gratulierte Sánchez "zu seinem umfassenden Engagement, Immigration und 'menschliche Diversität' willkommen zu heißen".

Ben-Gvir, der die Zerstörung Libanons, die Hinrichtung palästinensischer Gefangener und den Einsatz des Hungers als Kriegswaffe gefordert hatte, rief Sánchez auf, noch weiter zu gehen und bei der Entvölkerung von Gaza zu helfen.

"Als jemanden, der große Besorgnis um Hamas und die Einwohner von Gaza zeigt", fuhr er fort, "rufe ich Sie auf, die Worte in Handlungen umzusetzen: Öffnen Sie die Tore Spaniens und gewähren Sie den Einwohnern Gazas Zuflucht, die emigrieren wollen. Das ist eine exzellente Gelegenheit, ein wenig mehr zu Spaniens 'menschlicher Diversität' beizutragen."

Eine Zwei-Staaten-Lösung für Spanien

Der israelische Influencer Yoav Kaufman postete eine neuartige Lösung für die Krise auf X: die Hälfte des spanischen Gebiets an Marokko zu übergeben, in einer modernen Neuauflage der islamischen Eroberung Spaniens. "2 Staaten für 2 Nationen. Die Seite an Seite leben. In Frieden und Wohlstand", schrieb er und verspottete Spaniens Unterstützung für die Staatlichkeit Palästinas.

Ironischerweise schreibt Kaufman in seinem Profil, Israel "kämpft in den zukünftigen Kriegen des Westens".

Die israelische Lobby macht ihr Angebot

Israels mächtige Lobby in den USA hat sich in der Debatte zu Ceuta ebenfalls gegen Spanien positioniert. Michael Rubin, Politikdirektor in dem proisraelischen Thinktank Middle East Forum, meinte: "Wenn Spanien die besetzten Ceuta und Melilla an ihre rechtmäßige marokkanische Herrschaft zurückgeben würde, wäre Madrid jetzt nicht in diesem Durcheinander." Um sicherzustellen, dass so viele Menschen wie möglich seine Meinung hören, veröffentlichte Rubin das auf Englisch, Spanisch, Arabisch und Berberisch.

(Interessant ist hier der angefügte Leserkommentar: "Ceuta und Melilla sind autonome Städte Spaniens unter kontinuierlicher spanischer Herrschaft seit 1497 resp. 1668 und werden von der UN trotz der Ansprüche Marokkos nicht als selbstverwaltete Gebiete geführt.")

In einem Artikel für die israelische Nachrichtenseite Ynet im April forderte der marokkanische Journalist und Mitarbeiter des Middle East Forum, Amine Ayoub, Israel auf, Marokko zu helfen, "Ceuta und Melilla zurückzuholen", so dass die USA und Israel ein "NATO-Mitglied bestrafen, das sich wiederholt für Obstruktion entschieden hat" und eine militärische Präsenz an der Straße von Gibraltar errichten könnten.

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