Mordversuch an RT-Chefin­ Simonjan: Angeklagte zu langen Haftstrafen verurteilt

Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hatte 2023 einen Mordanschlag auf die Chefredakteurin des Staatsfernsehsenders RT, Margarita Simonjan, verhindert und mehrere Verdächtige festgenommen. Ein Gericht in Moskau hat nun die Urteile gefällt, wie die Agentur Interfax berichtet.

Ein Militärgericht in Moskau hat zwölf Angeklagte im Fall des versuchten Attentats auf die RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan für schuldig befunden und zu Haftstrafen zwischen sechs und 20 Jahren verurteilt. Dies teilt die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Gericht am Freitag mit.

Russlands Generalstaatsanwaltschaft teilte ihrerseits den Journalisten mit, der Hauptangeklagte in dem Fall, Michail Balaschow, sei zu 20 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 800.000 Rubel verurteilt worden. Das Gericht habe ihm außerdem für zwei Jahre die Verwaltung von Webseiten und Internetkanälen verboten.

Wie es heißt, sind die weiteren Täter zu Haftstrafen von bis zu 18 Jahren und Geldstrafen verurteilt worden.

Laut Justizbehörden wurden die Angeklagten nach mehreren Artikeln des russischen Strafgesetzbuches für schuldig befunden, unter anderem wegen der Organisation der Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung und der Teilnahme daran.

Nach Angaben der russischen Generalstaatsanwaltschaft handele es sich bei den Verurteilten um Mitglieder der Neonazi-Gruppe National Socialism / White Power, die in Russland als terroristisch eingestuft und verboten sei. Sie hätten mehrere Verbrechen begangen, darunter auch extremistische Straftaten. Anschließend filmten sie ihre Taten und veröffentlichten die Videos im Internet.

Darüber hinaus stellten die Justizbehörden und das Gericht fest, dass die Verurteilten an Rowdytum und bewaffneten Raubüberfällen auf Bürger, darunter auch Staatsbürger Tadschikistans und Usbekistans, beteiligt gewesen seien.

Im Sommer 2023 sollen Unbekannte dem Anführer der Terrorgruppe, Michail Balaschow, ein Kopfgeld für die Tötung von Simonjan angeboten haben. Balaschow und seine Komplizen hätten den Wohnort und die Dienststelle der RT-Chefin ausgespäht.

Das Attentat auf Simonjan sollte mit einer in einer Moskauer Garage versteckten Maschinenpistole verübt werden. Balaschow wurde festgenommen, als er versuchte, die Waffen zu holen.

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