Das chinesische Außenministerium hat den ersten Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Peking seit fast neun Jahren bestätigt. Trump wird vom 13. bis 15. Mai in China zu Gast sein. Ursprünglich war das Gipfeltreffen für Ende März geplant. Es wurde wegen des Krieges der USA und Israels gegen Iran verschoben, in dessen Verlauf die Straße von Hormus faktisch gesperrt wurde und es zu Turbulenzen auf den globalen Energiemärkten kam.
Die stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, bezeichnete die Reise als "von enormer symbolischer Bedeutung". Im Mittelpunkt stünden dabei "die Neugewichtung der Beziehungen zu China sowie die Priorisierung von Gegenseitigkeit und Fairness zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der USA".
Am Donnerstag wird der US-Präsident bilaterale Gespräche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping führen. Die beiden Staatschefs werden voraussichtlich am Freitag erneut zu einer Teestunde und einem Arbeitsessen zusammenkommen.
Im vergangenen Monat erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer, Washington strebe die Wahrung der Stabilität in den bilateralen Beziehungen an. Zudem wollten sich die USA den weiteren Zugang zu chinesischen Seltenerdmetallen sichern, die für die amerikanische Industrie unverzichtbar sind. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte am Sonntag gegenüber Reportern, Washington könnte auch versuchen, Peking wegen des Kaufs von iranischem Öl und Teherans Erwerb potenzieller Güter mit doppeltem Verwendungszweck unter Druck zu setzen.
China hatte die "einseitigen" US-Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor abgelehnt und wiederholt ein Ende des Krieges gefordert. Trumps Besuch findet nur eine Woche nach dem Besuch des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi in Peking statt.
Der Weg zum Gipfeltreffen wurde durch einen vorübergehenden Handelsfrieden geebnet, der im vergangenen Oktober in Südkorea vereinbart wurde. Zuvor hatte Trump die US-Zölle auf chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent angehoben. Peking hatte darauf mit einer Beschränkung der Exporte von Seltenen Erden reagiert, welche für die US-Industrie und die militärische Produktion entscheidend sind. Infolgedessen waren mehrere amerikanische Fabriken gezwungen, den Betrieb einzustellen.
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