Rekord bei Militärausgaben im Jahr 2025: Europäische NATO-Mitglieder ganz vorn dabei

Die für Waffen und Aufrüstung bereitgestellten finanziellen Mittel erreichten 2025 weltweit ein Rekordniveau. Das hat das Friedensforschungsinstitut SIPRI festgestellt. Hauptursache dieses Anstiegs: ein Zuwachs an Militärausgaben in Gesamt-Europa.

Wie das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI heute bekannt gab, sind im Jahr 2025 die globalen Rüstungsausgaben weiter angestiegen. Besonders rasant erhöhten sich die Aufwendungen für das Militär in Gesamt-Europa und in Asien. Die Rüstungsausgaben der Vereinigten Staaten sanken dagegen im gleichen Zeitraum, was SIPRI zufolge vor allem auf einen Rückgang der Ukraine-Hilfen zurückzuführen ist.

Die Ausgaben für Rüstung und Waffen sind demnach 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent auf 2.887 Milliarden US-Dollar angewachsen. 51 der weltweiten Gesamtausgaben beruhen auf den Rüstungsanstrengungen der großen Staaten USA, China und Russland. Deren Rüstung umfasste 2025 1.480 Milliarden US-Dollar. Europa und Asien plus Ozeanien gaben 2025 im Vergleich zu den weltweiten Militärausgaben überdurchschnittlich viel Finanzmittel für Rüstung aus: In Europa war eine Steigerung um 14 Prozent zu verzeichnen, in Asien und Ozeanien um 8,1 Prozent.

Die globale Militärlast, also der zusammengerechnete Anteil der Militärausgaben am Bruttoinlandsprodukt aller Länder erreichte 2,5 Prozent – der höchste Stand seit 2009. Insgesamt verlangsamte sich zwar der Anstieg der Militärausgaben: 2025 wuchsen sie um 2,9 Prozent, Im Jahr 2024 betrug das Wachstum dagegen 9,7 Prozent. SIPRI führt dieses verlangsamte Wachstum jedoch größtenteils auf den Sparkurs der USA zurück. Rechnet man den Anteil der Vereinigten Staaten heraus, stiegen die Gesamtausgaben 2025 um 9,2 Prozent. SIPRI rechnet auch für die Folgejahre 2026 und darüber hinaus mit massiven Aufrüstungskampagnen weltweit.

Die Vereinigten Staaten gaben 2025 954 Milliarden US-Dollar für Rüstungsgüter aus – 7,5 Prozent weniger als 2024. Die hauptsächliche Ursache: Die USA genehmigten im Berichtsjahr – anders als in den Jahren zuvor – keine neuen Finanzhilfen für die Ukraine. Jedoch erhöhe Washington die Investitionen in seine eigenen nuklearen und konventionellen Fähigkeiten. Dabei gehe es den Vereinigten Staaten um die Aufrechterhaltung ihrer Vorherrschaft in der westlichen Hemisphäre und um eine Abschreckung Chinas, so SIPRI. Für die Jahre 2026 und 2027 sei wieder mit einem Anstieg der US-Militärausgaben zu rechnen.

Angesichts des fortdauernden Ukraine-Kriegs sind die massiven Rüstungssteigerungen von Russland und der Ukraine keine Überraschung. Russlands Militärausgaben umfassten laut SIPRI im Jahr 2025 7,5 Prozent des BIP, sie sind dem Forschungsinstitut zufolge um 5,9 Prozent auf 190 Milliarden US-Dollar gestiegen. Die Ukraine war 2025 an siebter Stelle weltweit bei den Militärausgaben, die mit 84,1 Milliarden US-Dollar 40 Prozent des ukrainischen BIP ausmachten – ein Anstieg von 20 Prozent. Auch hier prognostiziert SIPRI für 2026 eine weitere Steigerung, falls es nicht zu einem Frieden kommt.

Extrem gestiegen sind die Militärausgaben der 29 europäischen NATO-Staaten. Insgesamt waren es 2025 559 Milliarden US-Dollar – einen so rasanten Anstieg hatte es seit 1953 nicht mehr gegeben (damals tobte der Korea-Krieg). Den vordersten Platz bei der Aufrüstung der Euro-NATO belegt dabei Deutschland: Die Ausgaben für die Aufrüstung der Bundeswehr stiegen im Vergleich zu 2024 um 24 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar. Das sind 2,3 Prozent des deutschen BIP 2025. Damit überschritt Deutschland zum ersten Mal seit 1990 das Zwei-Prozent-Ziel der NATO von 2014 und liegt nunmehr erstmalig weltweit auf Platz 4 bei den Rüstungsausgaben. Vor Deutschland befinden sich nur noch die Supermächte.

Im Nahen Osten dagegen sind die Rüstungsausgaben 2025 stabil geblieben. Mit 218 Milliarden US-Dollar war nur ein minimaler Anstieg gegenüber 2024 von 0,1 Prozent zu verzeichnen, was SIPRI auf das Abflammen des Gaza-Konflikts zurückführt. In Asien dagegen belief sich der Anstieg auf 8,1 Prozent – das größte Wachstum seit 2009. China erhöhte seine Militärausgaben um 7,4 Prozent auf 336 Milliarden US-Dollar, Taiwan um 14 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar. Rekordwerte erreichten Japans Aufwendungen für das Militär: Sie stiegen um 9,7 Prozent auf 62,2 Milliarden US-Dollar und machten 1,4 Prozent des BIP aus – so viel wie seit 1958 nicht mehr.

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