In Zwickau, im Ortsteil Neuplanitz, wurden am Samstagabend Rettungsdienste und Polizei in eine Wohnung gerufen. Dort fanden sie eine schwer verletzte 25-Jährige, die bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus ihren Verletzungen erlag.
Der mutmaßliche Täter, 31 Jahre alt und wie das Opfer syrischer Staatsangehöriger, wurde noch am Samstag festgenommen und am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags.
Dies ist das zweite Tötungsdelikt in den letzten sechs Monaten in der Stadt mit fast 90.000 Einwohnern. Im Juli war es in der Zwickauer Innenstadt zu einem heftigen Streit zwischen vier Männern gekommen, in dessen Verlauf einer der Beteiligten erschlagen wurde. Alle vier Beteiligten dieses Streits waren afghanischer Nationalität.
Erst am vergangenen Donnerstag war in der Umgebung des Neumarkts ein 26-Jähriger von hinten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden.
Statistische Zahlen über einen längeren Zeitraum hinweg finden sich nur auf der Ebene des Landkreises Zwickau. Dort wurden im Verlauf der letzten zehn Jahre ohne die beiden oben erwähnten Fälle insgesamt 38 Fälle von Mord und Totschlag registriert. In den zehn Jahren von 2005 bis 2015 waren es 31 Fälle. In zehn Fällen waren die Tatverdächtigen Ausländer. Das entspricht 26 Prozent. Die Ausländerquote im Landkreis beträgt jedoch nur 6,6 Prozent. Allerdings gehören in der Mehrzahl der Fälle Täter und Opfer derselben Gruppe an, auch wenn es sich nicht um eine Beziehungstat handelt.
Die Stadt Zwickau war zuletzt vor allem wegen der geplanten Schließung des VW-Werks in den Schlagzeilen. Damit könnte eine mehr als 120-jährige Tradition des Automobilbaus enden, die 1904 mit Horch begann und über Audi, Auto Union und Sachsenring bis zu Volkswagen reicht.
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