Ein finnisches Gericht hat am Donnerstag einen russischen Schiffskapitän zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Bezirksgericht in Helsinki sah es als erwiesen an, dass der Frachter "Fitburg" unter dem Kommando von Andrei Maximenko am 25. Dezember 2025 zwei Telekommunikationskabel zwischen Helsinki und der estnischen Hauptstadt Tallinn absichtlich beschädigt habe. Neben dem 57 Jahre alten russischen Bürger saß der Bootsmann Vusal Majidow auf der Anklagebank. Der 46-Jährige bekam zwei Jahre und zehn Monate Gefängnis. Die beiden wurden zudem mit dem Richterspruch verpflichtet, die auf gut 1,8 Millionen Euro bezifferten Sachschäden wiedergutzumachen.
Das Schiff war noch am 31. Dezember 2025 beschlagnahmt worden. Es hatte im russischen Sankt Petersburg abgelegt und fuhr unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen ins israelische Haifa. Die 14 Crewmitglieder des Frachters wurden in Gewahrsam genommen. Die finnischen Ermittler warfen ihnen vor, in der Ostsee 130 Kilometer weit mit einem über den Meeresboden schleifenden Anker gefahren zu sein. Die Generalstaatsanwaltschaft des EU- und NATO-Landes beschuldigte den Kapitän und den Bootsmann einer schweren Sabotage. Sowohl Maximenko als auch Majidow pochten auf ihre Unschuld. Der Anwalt der Reederei Fitburg, Herman Ljungberg, behauptete, dass der Fall nicht unter Finnlands Rechtshoheit gehöre.
Bereits im Jahr 2024 war es zu einem ähnlichen Vorfall in der Ostsee gekommen. Damals entstanden am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 Schäden an dem zwischen Finnland und Estland verlaufenden unterseeischen Stromkabel und mehreren Kommunikationskabeln. Die finnischen Behörden vermuteten dahinter den Tanker "Eagle S" von der sogenannten russischen Schattenflotte. Die baltischen EU- und NATO-Länder sprachen von einem mutmaßlichen "hybriden" Angriff Russlands im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und verstärkten ihre Patrouillen in der Ostsee.
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