Medien: London liefert Kiew weitere Storm-Shadow-Raketen für Angriffe auf russische Ziele

Laut Bloomberg wird die britische Regierung der Ukraine zusätzliche Langstreckenraketen des Typs Storm Shadow zukommen lassen. Mit der Lieferung dieser Marschflugkörper an Kiew hat London im Jahr 2023 begonnen. Seit 2022 hat Großbritannien der Ukraine 25 Milliarden Pfund bereitgestellt.

Die britische Regierung plane, noch vor Wintereinbruch eine neue Charge weitreichender Raketen vom Typ Storm Shadow an die Ukraine zu liefern. Dies teilte Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen mit. Die Nachlieferung sei vom britischen Premierminister Andy Burnham und dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenskij in London am Mittwoch erörtert worden.

Das Vereinigte Königreich hat im Jahr 2023 mit der Lieferung der Storm Shadows an Kiew begonnen. Die Agentur merkte an, dass der Einsatz anfangs auf das Kriegsgebiet innerhalb des ukrainischen Territoriums beschränkt war. Ende 2024 habe die ukrainische Armee den Einsatzraum ausgeweitet und die britischen Marschflugkörper erstmals auf militärische Ziele innerhalb Russlands abgefeuert.

Nach Angaben der Quellen betrachtet London den Einsatz von Langstreckenwaffen durch die Ukraine gegen russische Ziele als eine Verteidigungsmaßnahme. Vor dem Hintergrund, dass Russland die Produktion von Jet-Drohnen und Raketen intensiviert habe, müsse Kiew dem etwas entgegenzusetzen haben, hieß es.

Bloomberg wies darauf hin, dass die britische Regierung die Anzahl der Kiew überlassenen Storm-Shadow-Raketen nicht offenlege und nicht regelmäßig über die Lieferungen informiere.

Bei Storm Shadows handelt es sich um die vom europäischen Rüstungskonzern MBDA hergestellten britisch-französischen Marschflugkörper, die über eine Reichweite von mehr als 250 Kilometern verfügen. Laut Bloomberg sind die Raketen schwer abzuwehren, weil diese mit hoher Geschwindigkeit in geringer Höhe fliegen. Die Storm Shadows hätten sich als wirksam dabei erwiesen, "die russische Luftverteidigung zu durchdringen und militärische sowie industrielle Ziele zu treffen". 

Mitte Juli kündigte Wladimir Selenskij im Anschluss an die Verhandlungen mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron an, dass die Ukraine Lizenzen für die Produktion von Waffen wie SCALP-Langstreckenraketen erhalten werde. Ende August habe die britische Regierung zugestimmt, dass der Konzern MBDA geheime Informationen über britische Komponenten für SCALP freigeben dürfe, hieß es in der Stellungnahme der Kanzlei des britischen Premierministers. SCALP sei die in Frankreich produzierte Version des britischen Storm Shadow, die gemeinsame französische und britische Technologie nutze. Die Erlaubnis seitens der britischen Regierung werde es Frankreich und der Ukraine ermöglichen, die Rakete auf ukrainischem Boden zu montieren. 

Darüber hinaus werde dieser Schritt zu den Bemühungen Großbritanniens "zur schnellen Entwicklung kostengünstiger, fortschrittlicher Langstrecken-Angriffswaffen für die Ukraine im Rahmen des Projekts Brakestop" beitragen, so die Kanzlei. Die britische Initiative Brakestop wurde im November 2024 ins Leben gerufen. Wie das Verteidigungsministerium des Königreichs mitteilte, sollen britische Rüstungsunternehmen im Rahmen des Projekts eine Waffe entwickeln, die in der Lage sein soll, "Ziele in einer Entfernung von mehr als 500 Kilometern zu treffen". 

Russland verurteilt die westliche Militärhilfe für Kiew, weil diese den Konflikt nur verlängert. Im Zusammenhang mit den Plänen Londons, Kiew Daten für die Herstellung von Langstreckenraketen zu übermitteln, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass Großbritannien "auf der Seite des Kiewer Regimes an diesem Krieg teilnimmt". Er betonte, dass die britische Regierung "methodisch und regelmäßig Öl ins Feuer" des Ukraine-Konflikts gieße und "Ränke schmiedet", um Fortschritte bei einem friedlichen Beilegungsprozess zu verhindern.

Nach offiziellen Angaben der britischen Regierung hat London dem Kiewer Regime seit 2022 Unterstützung in Höhe von 25 Milliarden Pfund geleistet, wovon 16 Milliarden Pfund für militärische Lieferungen aufgewendet wurden.

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