Einer Gruppe von Migranten in der spanischen nordafrikanischen Exklave Ceuta wird vorgeworfen, ein Delfinbaby aus dem Meer gezogen und zu Tode geprügelt zu haben; Auslöser für die Empörung im Internet waren verstörende Videoaufnahmen.
Wie die Lokalzeitung El Faro de Ceuta berichtete, wurde das Große-Tümmler-Kalb am Mittwoch nahe dem Strand El Trampolín schwimmend gesichtet, bevor mehrere Männer es aus dem Wasser zogen. Einer von ihnen soll das Tier mit einem Stock auf den Kopf geschlagen und es dabei tödlich verletzt haben.
Berichten zufolge stellte ein Strandmitarbeiter die Gruppe zur Rede, forderte sie auf, den Delfin nicht zu berühren, und wies sie an, den Wildtiernotdienst zu verständigen. Daraufhin versuchten sie, das Tier ins Meer zurückzubringen, doch es schien bereits tot zu sein.
Der in Ceuta ansässige Blogger Juan Ruiz filmte, wie Mitglieder der Gruppe den Delfin wie eine Trophäe in die Höhe hielten, als er sich ihnen näherte. "Ihr könnt das nicht mitnehmen, das ist ein Delfin, so etwas isst man nicht!", rief er, bevor er wissen wollte, wer das Tier getötet hatte.
Als Personen aus der Gruppe offenbar behaupteten, das Tier sei bereits im Wasser tot gewesen, entgegnete Ruiz sarkastisch: "Ja, klar, es ist von selbst im Wasser gestorben."
Die lokale Umweltgruppe DAUBMA hat bei den spanischen Strafverfolgungsbehörden Beschwerde eingereicht und gefordert, dass diese den Vorfall untersuchen und die Beteiligten identifizieren.
Die Videoaufnahmen lösten in den spanischen sozialen Medien breite Empörung aus. Viele Nutzer forderten die strafrechtliche Verfolgung und Ausweisung der Beteiligten. Diese Reaktion verstärkte die ohnehin vorhandene Stimmung gegen Einwanderer in Ceuta, wo Einwohner bereits unter Rufen wie "Raus mit den Eindringlingen" für Abschiebungen demonstriert hatten.
In Ceuta herrscht Chaos, seit es Ende Juli zu einem beispiellosen Zustrom von Migranten aus dem benachbarten Marokko kam, bei dem rund 72.000 Menschen in das kleine spanische Hoheitsgebiet gelangten.
Tausende von ihnen sind geblieben; viele leben in provisorischen Lagern, an Stränden oder auf der Straße. Die örtlichen Behörden kämpfen mit Überbelegung, hygienischen Problemen und Krankheitsausbrüchen, während die Polizei im Zuge der Krise zahlreiche Gewalt- und Sexualdelikte untersucht.
Die Einwohner haben wiederholt protestiert und schnellere Abschiebungen sowie ein härteres Vorgehen Madrids gefordert. Im vergangenen Monat stürmten Einheimische Unterkünfte für Migranten in El Trampolin, wobei die Polizei eingreifen musste, um die Gruppen voneinander zu trennen.
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