Energiekrise: Europas tägliche LNG-Importe auf tiefstem Stand seit September 2024

Europa füllt seine Gasspeicher in diesem Sommer deutlich langsamer als üblich – sie sind derzeit nur zu 53,67 Prozent gefüllt. Laut Berechnungen der russischen Nachrichtenagentur "TASS" sind zudem die täglichen LNG-Importe Mitte Juli auf den niedrigsten Stand seit 22 Monaten gefallen.

Die täglichen Importe von Flüssigerdgas (LNG) nach Europa sind Mitte Juli 2026 trotz der Hitze und der Notwendigkeit, die geleerten unterirdischen Speicher aufzufüllen, auf den niedrigsten Stand der vergangenen 22 Monate gefallen. Das zeigen Berechnungen der russischen Nachrichtenagentur TASS auf Basis von Daten des europäischen Gasinfrastruktur-Verbands "Gas Infrastructure Europe" (GIE).

Seit Anfang Juli sind die LNG-Ströme von europäischen Terminals ins Gasnetz der EU im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26 Prozent gesunken. Am 18. Juli fielen die täglichen LNG-Importe auf den niedrigsten Stand seit September 2024 und beliefen sich auf lediglich 230 Millionen Kubikmeter.

Das Tempo der Speicherbefüllung wurde in diesem Jahr durch die verlorene "Schlacht" mit Asien um freie Mengen auf dem LNG-Markt während des Nahost-Konflikts, höhere Brennstoffpreise sowie die extreme Hitze im Juni und Juli stark beeinträchtigt. In solchen Sommerperioden steigt die Nachfrage nach Strom für Kühlsysteme und Klimaanlagen stark an. Gas ist neben Kernkraft, Wind- und Solarenergie eine der wichtigsten Quellen der Stromerzeugung.

Die europäischen Gasspeicher sind derzeit zu 53,67 Prozent gefüllt, das sind 15,59 Prozentpunkte weniger als im Fünfjahresdurchschnitt für dieses Datum und deutlich weniger als die 64,4 Prozent im Vorjahr. Sie enthalten 58,7 Milliarden Kubikmeter Gas, das sind 12 Milliarden Kubikmeter weniger als im Vorjahr. Der russische Energiekonzern Gazprom prognostizierte, dass die Gasspeicher Europas bis zum nächsten Heizsaison-Beginn möglicherweise nicht einmal 75 Prozent erreichen.

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