Die Volksmiliz. Eine Melodie des Gedenkens.

Als die Deutschen im Sommer 1941 auf Moskau vorrückten, formierte sich in der Hauptstadt eine Volksmiliz. Auch Künstler, Wissenschaftler und Musiker meldeten sich freiwillig. Unter ihnen waren die fast 100 Mitglieder der ersten staatlichen Blaskapelle der Sowjetunion, die sich der 6. Division anschlossen.

Nur wenige Monate später fielen die meisten von ihnen nahe Wjasma. Ihre Geschichte blieb lange unbekannt und wird erst heute anhand von Erinnerungen und erhaltenen Dokumenten rekonstruiert. Viele Namen sind verloren, da die Listen der Milizsoldaten während der Evakuierung zerstört wurden.

Gegründet vom Musiker und Dirigenten Wladislaw Blaschewitsch war das Orchester einzigartig. Es vereinte herausragende Instrumentalisten und spielte Werke von Tschaikowski, Bach und Haydn.

Mit dem Krieg änderte sich alles. Die Musiker bauten Verteidigungsanlagen, hoben Schützengräben aus und wurden schließlich in Kämpfe verwickelt.

Lange galt das Jahr 1970 als Gründungsdatum der ersten staatlichen Blaskapelle der UdSSR. Heute wird die Erinnerung an dieses frühere Ensemble wiederbelebt. Die Kreml-Blaskapelle ehrt die gefallenen Musiker mit einem Walzer.

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