Straße von Hormus: Schiffsverkehr nimmt wieder leicht zu

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zieht leicht an. Gleichzeitig verhandeln Iran und Oman über die Zukunft der strategisch wichtigen Wasserstraße. Ein Tankerangriff und neue US-Sanktionen sorgen jedoch weiterhin für Unsicherheit.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hat trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran leicht zugenommen. Gleichzeitig beobachtet der Markt die Gespräche zwischen Iran und Oman über die wichtige Wasserstraße, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten hervorgeht.

Am Mittwoch passierten insgesamt zehn sichtbare Handelsschiffe die Straße von Hormus – etwas mehr als die acht Schiffe am Dienstag. Das zeigen Daten des Analyseunternehmens Kpler. Damit lag der Verkehr weiterhin deutlich unter dem Zehn-Tage-Durchschnitt von rund 15 Schiffen.

Aus dem Golf von Oman fuhren zwei Tanker der Medium-Range-Klasse, ein Flüssiggas-Tanker, ein Tanker der Panamax-Klasse sowie drei Tanker der Handymax-Klasse in die Straße von Hormus ein.

In Richtung Golf verließen ein Medium-Range-Tanker, ein Bitumentanker und ein Massengutfrachter die Wasserstraße.

Iran und Oman arbeiten unterdessen weiter an den Details einer Vereinbarung über die Straße von Hormus, wie eine hochrangige iranische Quelle am Mittwoch erklärte. Zuvor hatten die iranische Revolutionsgarde mitgeteilt, beide Länder hätten sich bereits darauf verständigt, wie die Wasserstraße und ihre Einnahmen gemeinsam verwaltet werden sollen.

Unterdessen verlangsamte sich der Schiffsverkehr in der anderen strategisch wichtigen Wasserstraße, der Meerenge Bab al-Mandab, den zweiten Tag in Folge.

Am Mittwoch passierten insgesamt 19 Handelsschiffe die Meerenge. Sechs Tanker verließen die Passage, darunter ein sehr großer Rohöltanker (VLCC). Am Vortag waren noch 24 Schiffe registriert worden, wie die Kpler-Daten zeigen. 

Einige Schiffe könnten die wichtigen Wasserstraßen mit ausgeschalteten Transpondern passieren und daher in den Zählungen nicht erfasst werden.

In der Straße von Hormus ist allerdings ein Öltanker in den vergangenen Tagen angegriffen worden. Er sei in der Meerenge zwischen Iran und Oman von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherung der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Anders als in den meisten bisherigen Fällen machte die Behörde zu dem Angriff am Dienstag zunächst keine genaueren Angaben bezüglich des Ortes des Zwischenfalls. Damit bleibt unklar, ob der Tanker vor der Küste Omans oder näher an der iranischen Küste getroffen wurde.

Iran hat unter anderem die angedrohten jüngsten US-Sanktionen in einem Brief an die Vereinten Nationen als einen Akt des staatlichen und wirtschaftlichen Terrorismus verurteilt. Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in dem auf der Plattform Telegram und in Staatsmedien veröffentlichten Brief, die USA versuchten, die "rechtmäßigen Wirtschaftsbeziehungen Irans mit anderen Staaten zu beenden", nachdem sie ihre Ziele durch Krieg nicht hätten erreichen können. Der Brief richtet sich an UN-Generalsekretär António Guterres, den UN-Sicherheitsrat und die UN-Mitgliedstaaten. 

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat am Donnerstag in Teheran den katarischen Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman al-Thani getroffen.

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