Ebola-Ausbruch in zwei weiteren afrikanischen Staaten

Während der Ebola-Ausbruch im Kongo noch keineswegs bewältigt ist, hat sich die gefährliche Viruserkrankung auf weitere afrikanische Staaten ausgedehnt. Kenia und Nigeria melden die ersten Ebola-Fälle dieser Epidemie. Anlass zur Hoffnung gibt derweil die beginnende Erprobung eines Impfstoffs.

Der jüngste Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers Ebola ist weiterhin nicht unter Kontrolle. In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich die Viruserkrankung weiterhin aus. Seit Mai 2026 hatte das Land bisher mehr als 9.700 Erkrankungsfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle übersteigt bereits die Zahl von 4.600. Mittlerweile wurde Ebola in acht der 26 Provinzen des Landes nachgewiesen. Als jüngster Verbreitungsfall kam die Provinz Nord-Ubangi an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik hinzu.

Ebola ist nichts Neues im Kongo. Es handelt sich bei der derzeitigen Epidemie bereits um den 17. Ausbruch. Es ist allerdings der bisher schlimmste dort. Und auch wer sich nicht angesteckt hat, leidet unter den Folgen der Seuche.

Wie der Evangelische Pressedienst unter Berufung auf das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen gestern meldete, leiden im Kongo rund 3,5 Millionen Menschen an Hunger. Sie sind auf Hilfe von außen angewiesen, denn durch die Angst vor Ebola und die Eindämmungsmaßnahmen der Behörden sind die Märkte gestört und die Lebensmittelversorgung beeinträchtigt. Die bewaffneten Konflikte in den Ebola-Gebieten tun ihr Übriges.

Doch Ebola ist auch für die stabileren Staaten Afrikas eine potenzielle Gefahr, die auf ein leistungsfähigeres Gesundheitssystem zurückgreifen können. Dies zeigt das jüngste Übergreifen der ansteckenden Viruserkrankung auf Kenia und Nigeria.

So bestätigte Kenia am 6. Oktober dieses Jahres seinen ersten importierten Ebola-Fall der Bundibugyo-Epidemie. Der mittlerweile verstorbene Patient, ein kenianischer Staatsbürger, hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt und war über das Nachbarland Uganda in sein Heimatland Kenia weitergereist. Die kenianischen Gesundheitsbehörden leiteten daraufhin eine Kontaktnachverfolgung ein und stellten die Kontaktpersonen des Verstorbenen unter Quarantäne.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters und dem Sender BBC musste Kenia gestern einen zweiten Ebola-Todesfall verzeichnen. Dem kenianischen Gesundheitsministerium zufolge soll es sich bei der 65‑jährigen Frau um eine enge Verwandte des ersten Toten handeln. Sie stand seit dem 13. Oktober als direkte Kontaktperson unter Quarantäne.

Sieben weitere Ebola-Patienten würden derzeit noch in zwei Isolationsstationen behandelt. Es handele sich um drei Angehörige des ersten Patienten, drei Gesundheitsmitarbeiter und eine Reinigungskraft in einem Krankenhaus. Anzeichen für ein weiteres Ausgreifen auf die Bevölkerung außerhalb dieses eng umgrenzten Clusters gebe es nicht.

Diese Woche bestätigte auch das bevölkerungsreichste Land Afrikas, Nigeria, seinen ersten Ebola-Fall. Eine aus Uganda per Flugzeug eingereiste Patientin werde derzeit in der Hauptstadt Abuja behandelt, teilte das nigerianische Gesundheitsministerium mit. Die Frau ist gebürtige Uganderin und besitzt einen Schweizer Pass. Sie ist laut Auskunft des Schweizer Außenministeriums EDA (Eidgenössisches Departement für Auswärtige Angelegenheiten) die Gattin eines Schweizer Diplomaten. Die Schweiz prüft derzeit eine Rückführung der Patientin nach Europa.

Besonders problematisch ist, dass die Frau sich vermutlich in Uganda angesteckt hat, einem Land, das sich nach einem erfolgreichen Maßnahmenbündel vor einigen Monaten für Ebola-frei erklärt hatte. Das EDA betont, das Ehepaar sei entgegen anderslautenden Berichten nicht in die Demokratische Republik Kongo gereist. Möglicherweise gibt es also auch noch in Uganda einen Ansteckungsherd.

Hoffnung auf eine baldige Erleichterung der Ebola-Bekämpfung bietet der Beginn einer Impfstoff-Studie. Es gibt zwar bereits Impfstoffe gegen Ebola, aber nicht gegen den speziellen Bundibugyo-Erreger. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, soll nun erprobt werden, ob der Impfstoff Ervebo, der gegen den häufigeren Zaire-Typ von Ebola schützt, auch eine sogenannte Kreuzimmunität gegen den derzeit grassierenden Virustyp bietet. Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Generaldirektor der Weltgesundheitsbehörde WHO, postete am Freitag eine entsprechende Meldung.

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